Königlicher Glanz – neue Kontakte

Ursula Mücke (Schatzmeisterin im Städtepartnerschaftsverein Rinteln), die Lehrerinnen Sabine Depping und Dr. Claudia Beier, Rintelns BBS-Leiter Herbert Habenicht, Kendals Bürgermeisterin Sylvia Emmott und Dietrich Lange (Vorsitzender des Städtepartnerschaftsvereins).  pr

Ursula Mücke (Schatzmeisterin im Städtepartnerschaftsverein Rinteln), die Lehrerinnen Sabine Depping und Dr. Claudia Beier, Rintelns BBS-Leiter Herbert Habenicht, Kendals Bürgermeisterin Sylvia Emmott und Dietrich Lange (Vorsitzender des Städtepartnerschaftsvereins). pr

Rinteln/Kendal. Zu einem vollen Erfolg ist die jüngste Reise einer Rintelner Delegation in die englische Partnerstadt Kendal geworden. Drei Tage gutes Wetter, erstmalig royaler Glanz beim Besuch der Landwirtschaftsschau und die Vereinbarung partnerschaftlicher Kontakte samt Schüleraustausch zwischen den Berufsschulen in Rinteln und Kendal sind nur ein Teil der Ausbeute. Unvergessliche neue Erlebnisse sowie die Vertiefung von Freundschaften und offiziellen Kontaken kommen hinzu.

Nach der Anreise am Donnerstag besuchten drei Mitglieder der achtköpfigen Gruppe mit ihren Gastgebern die regionale jährliche Landwirtschaftsschau. Unter den 27 000 Besuchern war erstmals auch ein Mitglied der königlichen Familie, Sophie Prinzessin von Wessex, Ehefrau von Edward, dem jüngsten Sohn von Königin Elisabeth II. Und die Rintelner standen am Ausstellungszelt der Kendaler Schulen fast direkt vor ihr, als sie von Stand zu Stand ging und sich nach Schulprojekten mit den Themen Natur und Landwirtschaft erkundigte.

Die vier Mitglieder des Kollegiums der Berufsbildenden Schulen Rinteln trafen sich am Freitag mit dem Leiter des Kendal College, Graham Wilkinson, und dessen Qualitätsmanagerin Maggie Cawthorne. BBS-Leiter Herbert Habenicht sowie die Lehrerinnen Dr. Claudia Beier, Sabine Depping und Ursula Mücke bekamen eine Führung, alle Angebote des Colleges und seine Struktur wurden vorgestellt. Habenicht: „Wir passen gut zusammen, ähnliche Größe, vergleichbare Angebote.“ Geplant sei eine Zusammenarbeit in Sachgebieten, hinzukommen soll ein Austausch interessierter Schüler für etwa acht Wochen im nächsten Schuljahr. Es wird wohl um die Fächer Tischler und Industriekaufleute gehen, die Austauschschüler werden am Unterricht teilnehmen und ein Praktikum absolvieren können. „Und zuerst werden wohl Rintelner nach Kendal reisen, sobald wir Geld aus dem entsprechenden EU-Förderprogramm Leonardo eingeworben haben“, so Habenicht. Beeindruckt waren die Rintelner Lehrer von Sauberkeit, Freundlichkeit und Disziplin im College.

Diese Freundlichkeit setzte sich fort beim offiziellen Empfang durch Bürgermeisterin Sylvia Emmott im Rathaus. Dietrich Lange, Vorsitzender des Rintelner Vereins für Städtepartnerschaften, überreichte ihr eine Flasche deutschen Wein und Informationen über Rinteln als Vorbereitungsgrundlage für ihren Besuch beim Rintelner Weinfest Anfang Oktober. Danach bekamen die Rintelner das „Tafelsilber“ der Stadt und alte königliche Urkunden über die Verleihung von Markt- und Stadtrechten erklärt und vorgestellt.

Diese kleinere Runde mündete dann in den großen offiziellen Empfang hochrangiger Gäste aus Kendal und umliegenden Städten anlässlich des Karnevalsumzugs „Torchlight Procession“. Die Bürgermeisterin führte auch die Rintelner Gäste auf eine Ehrentribüne, von wo sie dem über einstündigen Vorbeimarsch von mehr als 60 Vereinsgruppen und Musikkapellen aus zuschauten.

Der Samstag war bei herrlichem Spätsommerwetter einem Gruppenausflug in den Lake District und privaten Exkursionen der anderen Teilnehmer mit ihren Gastgebern vorbehalten. Dabei wurde der Besuch der Kendal-Gruppe zum Weinfest in Rinteln ebenso vorbereitet wie Pläne für die Zukunft der Partnerschaft besprochen.

Und ganz nebenbei erfuhren die Rintelner, dass kurz vor ihrer Abreise nach England eine Gruppe von Behinderten aus Kendal mit drei Betreuern für einige Tage Gäste der Lebenshilfe Rinteln waren. Dieser Kontakt funktioniert bereits so perfekt, dass offizielle Hilfen des Partnerschaftsvereins kaum noch erforderlich sind. Und Gruppenleiterin Liz Cooke sagte, alle seien wieder von Rinteln und der Gastfreundschaft der Lebenshilfe begeistert gewesen.

Ebenso begeistert war die Rinteln-Gruppe von ihrem Aufenthalt in Kendal. Mit einem gemeinsamen Abendessen in einem Restaurant klang der Aufenthalt am Samstagabend aus, bevor die Rintelner Kendal wieder verließen. Red (Schaumburger Zeitung)