Schaumburger Zeitung - Bericht zur JHV 2026
Rinteln, 6. März 2026
50 000 Briten „Born in Rinteln“
Verein für Städtepartnerschaften will sich 2026 neu aufstellen
Am 20. Mai 1992 gründete sich in Rinteln der Verein für Städtepartnerschaften. Wie es weitergehen soll im Vorstand, was für dieses Jahr geplant ist und warum rund 50000 Briten sich als „Born in Rinteln“ bezeichnen können.
Der alte ist der neue Vorstand, allerdings nur bis zur nächsten Jahreshauptversammlung, dann wollen Ursula Mücke als Vorsitzende und Roswitha Hoekstra als Beisitzerin für Kendal aus ihren Ämtern ausscheiden.
Rinteln hat seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs eine besondere Verbindung nach England. Mit der Prince-Rupert-School (seit 1972 in Rinteln) und dem Britischen Militärhospital (seit 1945 in Rinteln, war zuvor Reservelazarett der Wehrmacht) waren zwei Einrichtungen in der Stadt, die stark mit Rinteln verbunden waren.
In dem Hospital erblickten rund 50 000 britische Kinder das Licht der Welt und können via Geburtsurkunde „Born in Rinteln“ vorweisen. Kein Wunder also, dass die Stadt eine enge Beziehung zu einer englischen Stadt suchte und mit Kendal auch fand. Bernhard Priesmeier war der erste Vorsitzende des Rintelner Vereins für Städtepartnerschaften und schon bei Gründung lautete das Motto „Begegnung statt Abgrenzung“. Das wird auch heute noch mit den beiden Partnerstädten Slawno in Polen und Kendal in England gelebt.
Es werde aber Veränderungen im Vorstand des Vereins geben, kündigte Vorsitzende Ursula Mücke an. Der Vorstand wurde außerplanmäßig in diesem Jahr nur für ein Jahr gewählt, weil im kommenden Jahr sowohl Mücke als Vorsitzende als auch Roswitha Hoekstra als Beisitzerin für Kendal ihre Ämter zur Verfügung stellen wollen. Bis dahin jedoch hat der Verein mit Bernhard Wünsche und Detlef Süllwold als Stellvertreter Mückes, Sabine Thoke als Kassiererin, Tobias Möller als Schriftführer und Karin Olschewski als Beisitzerin für Slawno noch so einiges vor.
Nachdem im Jahr 2025 die Begegnungen reichhaltig und sehr erfolgreich waren, will man in diesem Jahr daran anknüpfen. Am 7. März ist ein Empfang im polnischen Konsulat in Hamburg mit Rintelner Beteiligung geplant, vom 25. bis 29. März gibt es einen Bürgermeisterdelegationsbesuch in Slawno und am 21. Mai ist bereits wieder „Mayor Making“ in Kendal. Eine deutsch-polnische Fahrradtour ist geplant, es gibt Besuchsankündigungen zum Altstadtfest in Rinteln und im August hofft der Verein auf die Einweihung des Kunstwerkes von Georg Schmidt-Westerstede an seinem neuen Platz im Baugebiet auf dem ehemaligen Prince-Rupert-School Areal.
Eine ganz besondere Reise nach Kendal soll im September starten. Dann findet das Straßenfestival „Torchlight Carnival“ statt und neben den touristischen Angeboten geht es bei der Reise auch um die Pflege und Vertiefung der langjährigen Freundschaften mit Kendaler Bürgern. Los geht es am Donnerstag, 24. September, die Rückkehr ist für den 29. September vorgesehen.
Klar ist, dass ohne eine breite Unterstützung der Stadt Rinteln und von Sponsoren die vielfältigen Aktivitäten des Vereins so nicht möglich wären. Ursula Mücke dankte dafür und freute sich auch, dass viele gegenseitige Besuche, sowohl mit Menschen aus Kendal als auch aus Slawno, mittlerweile eine starke Eigendynamik entwickelt hätten. So pflegt beispielsweise die Rintelner Lebenshilfe seit nunmehr 20 Jahren eine Partnerschaft mit den „WOSPs“ aus Kendal. WOSP steht für „Wider Opportunities for Social Participation“ und bedeutet so viel wie Hilfe für Menschen mit Beeinträchtigung. Im Sommer gab es dazu bei der Lebenshilfe Rinteln eine Jubiläumsfeier im Rahmen des Sommerfestes.
Wie sehr man auch von Erkenntnissen aus den Partnerstädten lernen kann, zeigt das von der Europäischen Union unterstützte Hochwasserwasserrisikomanagementprogramm in Kendal. In einer 40-seitigen Aufarbeitung der Maßnahmen wird dargestellt, wie man nach dem verheerenden Hochwasser des „River Kent“ vor zehn Jahren mit gezielten Schutzmaßnahmen nicht nur gegen das Wasser vorging, sondern auch die Lebensqualität am Fluss steigerte.
Der „River Kent“ ist es auch, den Jonathan Cornthwaite aus Kendal regelmäßig zum Schwimmen nutzt. Er möchte das auch einmal in Rinteln probieren und als kleinen Vorgeschmack auf das Weserwasser schickte Ursula Mücke ihm eine handgefertigte, limitierte Flasche mit original Weserwasser. ssw