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Rinteln

Der Rintelner Marktplatz

Der Rintelner Marktplatz

Die erste Erwähnung eines Ortes "Rintelen" fällt in die Zeit um 1150. Diese Siedlung befand sich am Nordufer der Weser und wurde im Spätmittelalter verlassen. Um 1230 ließ Landesherr Graf Adolf IV. von Holstein-Schaumburg am gegenüber liegenden Ufer das heutige Rinteln planmäßig anlegen und durch Mauern befestigen. Schon 1239 erhielt die junge Siedlung das Stadtrecht und nahm im 14. Jahrhundert einen bedeutenden Aufschwung. Durch die Verleihung zusätzlicher Priviliegien wie dem Wegezollrecht 1391 und dem Jahrmarktprivileg 1392 sowie der Gerichtshoheit über die umliegenden Dörfer erhöhte sich die Bedeutung der Stadt auch für das Umland. Die erste eigentliche Blüte erlebte Rinteln in der Renaissance im späten 16. Jahrhundert. Die verkehrsgünstige Lage an der Weser förderte das Handwerk und den Handel auf dem Wasserweg bis nach Bremen und von dort in die Niederlande. Um 1600 zählte Rinteln etwa 2.500 Einwohner. Der Wohlstand der Bürger wie auch des im Stadtgebiet lebenden Adels spiegelt sich noch heute in den aufwendigen Fachwerk- und Sandsteingebäuden der Weserrenaissance, die das Stadtbild prägen. Hier sind vor allem die reich verzierten Gebäude am Markt und in der Bäckerstraße sowie die stattlichen Adelshöfe der von Münchhausen, von Oheimb, von Zersen und von Schellersheim zu nennen.

Das 17. Jahrhundert brachte für Rinteln einschneidende Veränderungen. So wurde die Stadt im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) durch Truppeneinquartierungen, hohe Militärabgaben und die Zerstörung der Weserbrücke sehr in Mitleidenschaft gezogen. Im Verlauf der Pestwelle von 1625/26 kam ein Drittel aller Einwohner ums Leben. Doch es gab auch erfreuliche Entwicklungen. 1621 ließ Fürst Ernst von Holstein-Schaumburg die zwei Jahre zuvor in Stadthagen gegründete Universität "Academia Ernestina" in die Räume des aufgehobenen St. Jacobsklosters in Rinteln verlegen. Sie war zu diesem Zeitpunkt neben Helmstedt die einzige Universität im Nordwesten Deutschlands. Eine unrühmliche Rolle spielte sie leider in der Zeit der Hexenverfolgungen zwischen 1630 und 1680. In mehr als 350 Rechtsgutachten für Hexenprozesse in ganz Norddeutschland sprachen die Rintelner Juristen fast ausschließlich Todesurteile aus. Im Jahre 1810 hob der neue westfälische König Jérôme die ihm überflüssig erscheinende Universität wieder auf.

Um die Mitte des 19. Jahrhunderts erfuhr die Stadt einen neuen Aufschwung. Die Weserbrücke, im 17. Jahrhundert durch eine Fähre, später durch eine auf schwimmenden Pontons ruhende Schiffsbrücke ersetzt, wurde 1844 auf steinernen Pfeilern neu errichtet. 1875 setzte die Bahnlinie Elze-Löhne neue Impulse und noch im selben Jahr begann der Bau der Glashütte Stoevesandt ebenfalls auf der Nordseite der Weser. Zwischen Weserbrücke und Bahnhof entstand nach und nach die Nordstadt.

Nach dem Krieg stieg die Bevölkerung Rintelns durch den Zustrom von rund 4.000 Vertriebenen aus Pommern, Schlesien und Ostpreußen auf mehr als 10.000 Einwohner an. Mit der Gemeindereform vom 1. März 1974 wurden 18 benachbarte Gemeinden in die Stadt Rinteln eingegliedert. Heute ist Rinteln mit ca. 30.000 Einwohnern die größte Kommune im Landkreis Schaumburg.

Eingebettet in die reizvolle Landschaft des Weserberglandes ist Rinteln im Laufe der Jahre zu einem beliebten Touristenziel geworden. Mit dem Campinggelände am Doktorsee nicht nur als Naherholungsziel für das Ruhrgebiet, der Anbindung an die A2, der Lage an der Deutschen Märchenstraße und am Weserradweg sowie einem umfassenden Angebot im Beherbergungs- und Gastronomiegewerbe bietet Rinteln seinen Gästen heute alles, was ein Urlauberherz begehren kann.

Mehr über Rinteln erfahren Sie im Internet unter: www.rinteln.de